6/26/2009

VVB - VEB Elsterwerda

Die Fabrikanlagen hatten den Krieg unbeschadet überstanden und wurden 1945 als Reparationsgut für die UdSSR demontiert. Im Juni 1947 wurde der Betrieb wieder an den letzten Eigentümer Herrn Reinhard Korsukewicz zurück gegeben, welcher im Herbst die Produktion mit 40 Mitarbeitern wieder aufnahm. Inzwischen hatte man sich neue Maschinen besorgt und konnte auf eine Menge Halbfabrikate zurückgreifen, die den Krieg überstanden hatten. Dies erklärt auch, warum die späten Vorkriegs- und frühen Nachkriegsproduktionen teilweise identisch sind. Im Februar 1948 wurde das Unternehmen unter Treuhänderschaft gestellt und ab 01. Juli 1948 auf Veranlassung der Sowjetischen Militäradministration Deutschland (SMAD) in Volkseigentum überführt. Zuerst als Teil der Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) der Bau- und Baustoffindustrie in Halle, später dann als Volkseigenen Betrieb (VEB) Steingut Elsterwerda. Wann genau dieser Wechsel stattgefunden hat, ist mir nicht bekannt, vermutlich aber zu Beginn der 1950er Jahre.


VVB Form 1200-1



 VVB Form 1250-2



VVB Form 1462-9
Diese Vase wurde unter der gleichen Formnummer bereits in den 1930er Jahren hergestellt.  Eine entsprechende Version findet sich unter Elsterwerda.


 VVB Form 1484-11



VVB Form unbekannt



Stempel VVB



Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

6/25/2009

Schloßberg

Schloßberg Keramik wurde 1946 von Theodor und Ilse Stephan in Haiger-Langenaubach gegründet. Ilse Stephan war für die Entwürfen zuständig, daneben wird Lisel Spornhauer als künstlerische Mitarbeiterin genannt.

Form 105-40
Dekor Tanger, ca. 1958
Entwurf Ilse Stephan


Form 270-15 in zwei Dekoren
Entwurf Ilse Stephan




Form unbekannt,
Dekor Riga


Ritzmarke



Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

Vest Keramiek

1964 gründeten die Brüder Marius und Hugo van Woerden die Van Woerden Pottery in Monster. Vorher hatte Marius bei Groenevelt, Ravelli und Zaalberg gelernt. Bereits ein Jahr später zogen sie nach Gouda. Die Umbenennung in Vest Keramiek erfolgte 1973. 1984 verließ Marius Gouda und zog nach Norwich in Kanada, wo er die Castle Ceramics gründete. 1994 ging er in den Ruhestand und lebt heute in Brantford Kanada.
Hergestellt wurden Vasen und Vasenobjekte sowie Dekorationskeramik. Die Keramiken sind nicht gemarkt, sondern wurden nur mit einen Aufkleber gekennzeichnet. Sie zeichnen sich aber durch einen hohen Wiedererkennungswert aus.

Weitere Informationen und Werke finden sich hier

http://www.vestkeramiek.com/index.html


Form unbekannt



Form unbekannt


Form unbekannt


Form unbekannt


Form unbekannt


Label


Nach neueren Erkenntnissen gibt es Keramiken, die denen von Vest sehr ähnlich sind, hier wird als ein möglicher Hersteller die Firma Jopeko vermutet. Echte Vest Keramiken kann man daran erkennen, daß der Rand des Standfußes leicht angeschrägt ist, sie haben kleine Filzfüße und die Formnummer ist gestempelt. Die Formnummer besteht in der Regel aus ein oder zwei Buchstaben und einer Ziffernfolge.


Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

6/24/2009

Scheurich

1928 gründete Alois Scheurich eine Großhandlung für Glas, Porzellan und Keramik. 1948 wurde die Handelstätigkeit unter dem Namen Scheurich & Greulich wieder aufgenommen. Ab ca. 1950 begann man mit der Herstellung von Keramiken. Die Tätigkeit von Scheurich & Greulich endete um 1955, da bereits 1953 die Keramikfabrik Scheurich KG gegründet wurde. Produziert wurden überwiegend Vasen und Zierkeramiken. 1955 wurde der Keramiker Heinz Siery als Entwerfer und künstlerischer Leiter berufen. Er wechselte 1959 zu Carstens Tönnieshof. Von 1961 bis 1969 übernahm der Keramiker Franz Karl (1899 Budapest - 1969 Überlingen) die Position. Franz Karl war vorher als Entwerfer für verschiedene Porzellanhersteller in Deutschland, Spanien und Brasilien tätig, u.a. war er künstlerischer Leiter des Werks Selb der Rosenthal AG.

1963 wurde wurde die Produktionslinie "Scheurich europ linie" eingeführt.

1996 übernahm Scheurich die Firma Ruscha und produzierte noch eine Zeitlang unter diesem Namen.

Heute hat sich das Unternehmen auf Blumenübertöpfe und Küchenkeramik spezialisiert.


Form 238-18


Form 278-35



Form 520-22


Form 529-11


Form 537-17



Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

6/23/2009

Kreutz Keramik

Kreutz wurde vermutlich 1958 von Helmut Kreutz in Haiger-Langenaubach gegründet. Kreutz-Keramiken stiften bei der Zuschreibung immer wieder Verwirrung, da das Untermehmen vermutlich auch für andere Manufakturen tätig (es gibt Hinweise, daß Kreutz für Montanus und Remy gearbeitet hat) war. Daneben hat auch das Großhandelshaus Riffarth Kreutz Keramiken mit den eigenen Labels Ri-Keramik oder Riffarth-Keramik versehen.


Label


Form 406



Kreutz Vase mit Ri(ffart)-Label


Beide Vasen im Vergleich




Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionzeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

6/20/2009

Ursula Fesca

Da es über Ursula Fesca schon Darstellungen im Internet gibt, begnüge ich mich hier damit auf diese Seiten zu verweisen.

http://www.klaus-strohmeyer.de/fesca.html

http://www.waechtersbach.org/fabrikgeschichte/biofesca.html


Bei diesen Keramiken aus Elsterwerda ist Ursula Fesca vermutlich für die Dekore verantwortlich



Bei diesen Keramiken aus Wächtersbach zeichnet Ursula Fesca sowohl für die Formen, als auch für die Dekore verantwortlich

Form 0172-2, ca. 1963
Dekor Sparta


Form 6352, ca. 1961
Dekor Bremen


Elsterwerda


Die schönsten und interessantesten Entwürfe für Elsterwerda stammen meiner Meinung nach aus den späten 1920er und frühen 1930er Jahren, als hier zwei besonders einflußreiche Keramiker tätig waren. 1928 nahm Ursula Fesca ihre Tätigkeit bei Elsterwerda auf, 1930 Siegfried Möller.

Ursula Fesca wurde am 1. März 1900 geboren. Ihre Ausbildung zur Keramikerin erhielt sie an einer Berliner Kunstgewerbeschule. Bevor sie zu Elsterwerda kam, arbeitete sie von 1925 bis 1928 in der Veltener Niederlassung der Steingutfabrik Velten-Vordamm. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit lag in der Oberflächenbehandlung (Schablonendekore, Mattglasuren und Krakeleeglasuren), daneben entwarf sie Vasen, Schalen, (Blumen-) Töpfe und Service. 1931 wechselte sie zu Wächtersbach, wo sie ihre Linie aus Velten und Elsterwerda weiterführte und damit dem Unternehmen maßgeblichen Erfolg sicherte. Ihre Entwürfe waren so prägnant, daß man spätestens ab hier von einem eigenen "Fesca-Stil" sprechen kann. Dem Unternehmen Wächtersbach blieb sie mit einer krankheitsbedingten Unterbrechung bis zu ihrem Ruhestand im Jahre 1965 treu. 1975 verstarb sie in Schlierbach.

Da die Entwürfe nicht signiert oder auf andere Weise kenntlich gemacht wurden, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob die unten gezeigten Keramiken tatsächlich auf Entwürfe von Ursula Fesca oder Siegfried Möller zurück gehen. Sollte hier also jemand entsprechende Informationen haben, bin ich wie immer für eine Mitteilung dankbar.

Obstservice 830-7
Vermutlich gibt es noch eine passende Abtropfschale dazu


Kakaokanne Form 608-8


Schale Form 346-6 1/2


Tortenplatte


Tortenplatte


Tortenplatte



Tortenplatte Form 28-12



Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

6/16/2009

Steuler

Die Firma Steuler & Co. wurde 1906 durch Georg Steuler in Höhr-Grenzhausen gegründet. Zu den spannendsten Erzeugnissen des Unternehmens gehören die Entwürfe von Cari Zalloni vom Anfang der 1970er Jahre. Hervorzuheben ist hier seine Serie von Modellen in der Form Zyklon, daneben schuf er noch die Formen Facette und Continua.

Von 1948 - 1982 war Theo Homrich als Betriebsleiter bei Steuler tätig. In dieser Zeit entwickelte er fast alle Glasuren und lieferte nebenbei auch noch Form- und Dekorentwürfe; war somit maßgeblich am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Kurz vor seinem Ausscheiden 1982 beauftragte er den bekannten Keramiker Heiner Balzar eine Serie von Keramiken zu entwerfen, die zwar seriell hergestellt werden sollten, aber trotzdem Unikatscharakter haben sollten. Heiner Balzer entwarf darauf hin 9 Vasen, 2 Kerzenleuchter und 1 Schale, die dann unter der Bezeichnung "Objekte" berühmt wurden. Die sieben Glasuren (Lava, Basalt, Magma, Kiesel, Travertin, Merkur und Graphit) dazu lieferte Liesel Homrich. Die Fertigung begann 1983; 1986 wurde die Produktion wieder eingestellt. Zusätzlich wurde noch ein kleinformatiger Papieranhänger entworfen, der alle Objekte vorstellte und jedem Stück angehängt wurde. 


Die Produktion von Kunstkeramik wurde 1996 eingestellt. Heute ist das Unternehmen nur noch im Bereich der Industriekeramik tätig.


Heiner Balzar Objekt 916




Form 550-15 und 551-26
Entwurf Cari Zalloni




Form 3566-2



Preßmarke, gebräuchlich bis in die 1950er/1960er Jahre


moderne Marke



Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionzeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.