12/31/2012

Tilgman Keramik

Gründer von Tilgman Keramik war der Deutsche Paul Harald "Harry" Tilgmann (02.03.1904-22.08.1974). Ca. 1945 gründete er in Utbynäs bei Göteborg eine Keramikmanufaktur (in diesem Zusammenhang paßte er auch die Schreibweise seines Namens an). 1953 lernte er den polnischen Flüchtling Marian Zawadzki kennen. Mit ihm zusammen begann er mit Sgrafitotechnik zu experimentieren. Die Ergebnisse entwickeln sich neben den bereits im Programm befindlichen Tierfiguren zu den erfolgreichsten Produkten.
Die wirtschaftlichen Erfolge führten zur Verlegung der Produktion in ein neues Werk in Kortedala. Mitte der 1960er Jahre wird in Sollebrunn ein Werk für Halbfabrikate errichtet. 1972 wird die Produktion dann nach Londonderry in Irland verlegt. Nur die Endbearbeitung erfolgte noch in Göteborg.
Tilgman stirbt 1974 in Göteborg, kurz nach seinem Tode wird die Produktion eingestellt.

Zu den Mitarbeitern bei Tilgman gehörten u.a. die Keramikerinnen Kerstin Grönvall und Ester Wallin.

1987 nahm seine Witwe Marianne noch mal die Produktion unter dem Namen Marianne Tilgman Keramik auf. Dieser Unternehmung scheint wenig Erfolg beschieden gewesen zu sein, da spätestes Mitte der 1990er Jahre die Produktion wieder eingestellt wurde.


Form 438, Sgrafitotechnik



Signatur


Anita Nylund, Schweden

Anita Gunvor Nylund-Hedlund (10.11.1931) ist die Tochter des Keramikers Gunnar Nylund (1904-1997). Sie besuchte die Otto Skölds Malerskola in Stockholm. Anschließend hielt sie sich zu Studienzwecken in Frankreich auf, wo sie eine Zeit lang in einer Porzellanfabrik arbeitete. Nach ihrer Rückkehr 1956 trat sie eine Stelle als Designerin bei Jie Johnson in Gantofta an. Hier schuf sie Geschirrserien wie "Vår lilla stad", "Familjen Pepparsson", "Prisma", "Riga", "Cookie", "Janssons frestelse" und andere. Ende 1964/Anfang 1965 wechselte sie zu Syco Keramik in Strömstad. 1967 verläßt sie Syco und gründet ein eigenes Studio in Göteborg. Daneben arbeitet sie weiterhin freiberuflich für verschiedene Hersteller wie Rörstrand, Royal Copenhagen und Eneryda Glasbruk.
Über einen weiteren Aufenthalt in Stockholm geht sie schließlich nach Staffanstorp, wo sie Anfang der 1980er Jahre die "Konst och Design GAN" gründet.

Fischplatte aus der Serie 
Janssons frestelse
(dt. "Janssons Versuchung" ist ein traditioneller schwedischer Auflauf mit Fisch und Kartoffeln)


Dose "Majas Mejeri" aus der Serie
Vår lilla stad





Marke von Jie Gantofta


12/17/2012

Alev Ebüzziya-Siesbye

Alev Ebüzziya-Siesbye (*1938 Istanbul) ist die derzeit wohl bekannteste Keramikerin türkischen Ursprungs. Ihre Werke sind in zahlreichen Museen in Europa und den USA vertreten.
Von 1956-1958 studierte sie Bildhauerei an der Akademie der Schönen Künste in Istanbul, gleichzeitig besuchte sie den Keramik-Workshop von Füreya Koral*. 1958 ging sie für 2 Jahre nach Höhr-Grenzhausen und arbeitete in verschiedenen Keramikfirmen in der Produktion. Dann kehrte sie nach Istanbul zurück und nahm eine Stelle in bei der Eczacibasi Keramikfabrik im Bereich "Moderne Kunstkeramik" an. 1963 ging sie nach Kopenhagen, um dort für die Königliche Porzellanmanufaktur (Royal Copenhagen - Den kongelige Porcelænsfabrik) zu arbeiten. 
1969 eröffnete sie ihr eigenes Studio in Kopenhagen und arbeitete weiterhin freiberuflich für Royal Copenhagen und verschiedene andere Porzellanhersteller wie Rosenthal (1975-1990) und Rosendahl. Seit 1987 lebt sie in Paris.
Ihr wurden Ausstellungen in Kopenhagen, Istanbul, Tokyo, New York, Paris, London, Delft, Brüssel, Düsseldorf, Los Angeles und Amsterdam gewidmet, daneben nahm sie noch an zahlreichen Gruppenausstellungen teil.
Für Ihr Werk wurde sie unter anderem mit dem Tagea Brand Rejselegat (1982), der Eckersberg Medaille (1983), der Atatürk Gold-Medaille und dem Samat Kurumu Keramik Preis (1988), sowie 1990 dem Louis Vuitton-Moet Hennesey Science pour l'Art-Preis ausgezeichnet. Im Jahre 2000 wurde sie zum Ritter des Dannebrogordens ernannt.


Schale "Taurus"
1982 für Rosenthal enworfen
Schalen sind bis heute ihr großes Thema


Signatur



* Füreya Koral war die erste türkische Keramikerin, die die islamische Kunst um westliche Einflüsse bereicherte.

12/08/2012

Aage Würtz, Horsens, Dänemark

Aage Würtz (*1954) wird auch gern als der "große alte Mann der dänischen Keramik" bezeichnet. Nach seinem Abschluß als Töpfer 1973 nahm er ein Studium an der Arhus kunstakademi auf. Diese verließ er 1977 und ging als Vorarbeiter zur Tromborg keramik in Horsens. 1981 gründete er seine erste Manufaktur, die Würtz A/S. Gleichzeitig war er auch als technischer Berater für diverse andere zeitgenössische dänische Künstler wie Bjørn Nørgaard, Lene Adler, Mogens Balle, Peter Brandes, Doris Bloom, Claus Carstensen, Erik Frandsen und Peter Bonde tätig.
1989 nahm er eine künstlerische Auszeit und betrieb Studien am Jelling seminarium und an der Arhus Universitet. Im Sommer 2003 kehrte er zurück und gründete das Unternehmen "Würtz Form". Inzwischen wird das Unternehmen von seinem Sohn Kaspar geleitet. Produziert wird gehobenes Geschirr aus Steinzeug. Zu den Abnehmern gehören unter anderem die führenden Restaurants Dänemarks. Die Geschirre werden teilweise in enger Zusammenarbeit mit den Restaurants entworfen, dies geht soweit, daß Geschirre nur für bestimmte Gerichte entwickelt werden.

Form 502




Signatur



Wie immer bin ich für jeden weiterführenden Hinweis dankbar.

12/06/2012

Gene Barker, Websters Corner, BC, Kanada

Bei dem Label "Gene Barker" handelt es sich um 2 Keramikerinnen: Gene Barker (trotz des Vornamens eine Frau) und Ruth Meecham. In ihren häuslichen Werkstätten produzierten sie  überwiegend dekorative Teller und Schalen für den lokalen Markt. Während Gene üblicher Weise ihre Keramiken entweder mit "Gene Barker" oder "Handmade in B.C. Canada" signierte, benutze Ruth Meecham "Handmade of B.C. Clay" als Signatur.
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Gene Barker auf einer kleinen Insel namens Hornby Island.
Für diese Informationen bedanke ich mich recht herzlich bei Val Patenaude von der Maple Ridge Historical Society.

Auf den hier gezeigten Keramiken von Ruth Meecham sind Totemtieren der Haida (http://de.wikipedia.org/wiki/Haida_(Volk)) dargestellt. Mir ist aber bekannt, das sie eine weitere Serie mit Totemtieren der Tsimshian (http://de.wikipedia.org/wiki/Tsimshian) gestaltete.

Motiv Bär


Motiv Frosch


gesamtes Set


Signatur von Ruth Meecham


Label



Wie immer bin ich für jeden weiterführenden Hinweis dankbar.

Unbekannte Keramik aus Frankreich

Bei dieses Keramiken vermute ich aufgrund von Signaturen oder Stilistika, daß sie aus Frankreich stammen. Vielleicht kann ja einer meiner verehrten Leser hier weiterhelfen.


gemarkt 24 RT N/S





kleiner Ascher in Form einer Muschel,
hierbei soll es sich um Touristenware aus Südfrankreich oder Monacohandeln





Krug, vermutlich Vallauris





gemarkt 222



Studiokeramik mit unbekannten Signaturen

Und hier wieder ein Beitrag aus der beliebten Serie: Wer hat's gemacht? Sollte also einem meiner geschätzten Leser eine Signatur oder Marke bekannt sein, bin ich wie immer für jeden Hinweis (mail an fl.wulf (at). gmx.de) dankbar.

Signatur GL oder so ähnlich



Signatur nicht deutbar




Signatur PR
Die Signatur konnte inzwischen als die von Rudo(lf) Praegert identifiziert werden.



Signatur R und Zeichen



Signatur S in einem Rechteck



Valentin Kraus - Frater Maurus Kraus

Valentin Kraus (*23.08.1873 in Mühlhausen bei Würzburg +23.08.1941 Würzburg) war Bildhauer und Benediktinermönch.
Kraus begann seine Ausbildung zuerst von 1887-1891 an der Holzschnitzerschule in Bischofsheim. Danach arbeitete er in verschiedenen Kunstwerkstätten in Bad Kissingen, Marburg, Frankfurt/Main und Würzburg. Am 18.10.1897 schrieb er sich an der Akademie für Bildende Künste in München ein. Dort besuchte er die Bildhauerklasse von Prof. Syrius Eberle - Fachrichtung religiöse Skulptur. Unbekannt ist mir bisher, wann er seinen Abschluß machte und wann er seine Professur erhielt. Zwischen 1891 und 1905 muß er ebenfalls Schüler des Würzburger Bildhauers Arthur Schleglmünig und des Hamburger Malers Christopher Rave gewesen sein.
1905, bereits als Professor, eröffnete er eine eigene Werkstatt in München, wo er sich weiterhin mit christlicher Kunst befaßte. Als Mitglied der "Münchner Künstler-Gesellschaft" nahm er regelmäßig an Ausstellungen teil, so 1909 an der "Große Berliner Kunstausstellung" mit der Skulptur "Willkommensgruß", bei der XI. Internationalen Ausstellung im kgl. Glaspalast in München 1913 erhielt er eine Goldene Medaille II. Klasse.
1932 trat er in die Benediktinerabtei Münsterschwarzach ein, wo er den Namen Maurus annahm. Dort war er auch weiterhin als Künstler und Lehrer tätig, zu seinen Schülern gehörte der Gold- und Silberschmied Egino G. Weinert. Ab 1935 beteiligte er sich an der Planung der Abteikirche, für die er verschiedene Skulpturen (s. u.) schuf. 1941 wurde die Abtei durch die Nationalsozialisten aufgelöst und die Mönche vertrieben. Der bereits erkrankte Frater Maurus wurde in ein Würzburger Krankenhaus verlegt, wo er an seinem 68. Geburtstag verstarb.

Ave Maria





Signatur



Werke (Auswahl)

1908 ca.; Marmorskulptur "Die letzte Rast Christi" in der Alberokirche
          in Würzburg. Eine verkleinerte Kopie aus weißglasiertem Ton
          befindet sich unter dem Namen "Des Heilands letzte Rast" in
          der Kirche St. Georg in Mühlhausen

1910 Bronzebüste des Prälaten Dr. E.L. Fischer für die Münchner
          Jahresausstellung

1911 Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen
          Krieges (1870-71) in Laufen an der Salzach. Die halbrunde
          Anlage ist eine spätere Ergänzung für die Gefallenen der
          beiden Weltkriege

1913 Grabmal für den Erzbischof Joseph von Schorck im
          Bamberger Dom

1914 Rupertusbrunnen mit der Figur des Hl. Rupert, ebenfalls
          in Laufen
       
1918 Herz-Jesu-Altar in der Kirche St. Peter und Paul in Rimpar

          ebenfalls für Rimpar schuf er ein Ehrenmal für die Gefallenen
          des Ersten Weltkrieges (Entstehungsdatum ist mir bisher
          unbekannt)

1924 Kriegerdenkmal mit Figur des Hl. Martin für Unterpleichfeld

1926 Kreuzwegstationen im Umgang der Altöttinger Kapelle
          an der Kirche St. Nikolai am Gasteig in
          München-Haidhausen. Abbildungen des kompletten Zyklus'
          finden sich hier:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kreuzweg_St._Nikolai_am_Gasteig

1927 ca.; das sogenannte Oppauer Denkmal auf dem
          Friedhof in Rimpar

1933 Grabmal seines Lehrers Christopher Rave auf dem
          Friedhof Ohlsdorf in Hamburg
          (http://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Rave)

1935 ab; Mitarbeit bei der Planung der neuen Abteikirche in
          Münsterschwarzach, insbesondere stammen von ihm der
          Christus Salvator, die Figuren des Hl. Benedikt und dessen
          Schwester Scholastika der Seitenaltäre und die vier
          Evangelisten an der Fassade.

Wie immer bin ich für jede weiterführende Information dankbar.

12/03/2012

Walburga Külz

Walburga Külz (1921-2002) begann 1940 eine Töpferlehre bei Otto Lindig in Dornburg, die sie 1942 mit der Gesellenprüfung abschloß. Danach blieb sie bis 1945 als Mitarbeiterin in der Werkstatt, absolvierte aber zusätzlich zwischen 1944 und 1945 ein Praktikum bei der Fürstenberger Porzellanmanufaktur. 1945 legte sie ihre Meisterprüfung ab. 1948 übernahm sie die Leitung der Keramischen Werkstatt Margaretenhöhe in Essen. 1953 übergab sie die Leitung an den Töpfermeister Helmut Gniesmer  und verzog nach Erbach im Rheingau, wo sie bis 1988 eine eigene Werkstatt betrieb.

Wie immer bin ich für jeden weiterführenden Hinweis dankbar.