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1/13/2018

Signaturen Studiokeramik

Hier werden nur die Marken vorgestellt, weitere Information finden sich unter dem Namen des jeweiligen Keramikers, der jeweiligen Keramikerin.


Nach neueren Informationen gehört diese Marke nicht zu Barbara Löffler sondern zu Karl Heinz Löffler


Cornelsen-Kindermann


Dithmarscher Keramische Werkstätten, Tellingstedt


Elfriede Balzar-Kopp


Elisabeth Schaefer, Marburg


11/06/2010

Kunsttöpferei Giefer-Bahn

Die Kunsttöpferei Giefer-Bahn wurde 1947 durch Klothilde Giefer-Bahn als Töpferei "Geschwister Bahn" gegründet. Klothilde Giefer-Bahn (*1924 Koblenz) begann 1938 ihre Lehre bei Elfriede Balzar-Kopp. 1941 legte sie ihre Gesellenprüfung ab und begann anschließend ein Studium an der Staatlichen Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen. Sie beendete ihr Studium 1945 mit dem Staatsexamen als Keramik-Ingenieurin. 1947 ergänzte sie ihre Ausbildung um die Meisterprüfung als Keramikermeisterin, die sie als Lehrgangsbeste abschloß.Schwerpunkt ihrer Arbeit war das traditionelle salzglasierte Steinzeug, aus dem sie Tierfiguren, Gefäße und Skulpturen fertigte. 
Anläßlich ihres 80sten Geburtstags ehrte sie das Keramikmuseum Westerwald mit einer Einzelausstellung.
Seit einigen Jahren wird das Unternehmen von ihrem Sohn Roland Giefer weitergeführt. Roland Giefer ist seit 1976 Keramikermeister. Er stellt Gebrauchsgeschirr, Tierplastiken, Baukeramik, Wanddekorationen und auf Kundenwunsch auch Sonderanfertigungen her.
Roland Giefer ist Obermeister der Keramikerinnung Rheinland-Pfalz.

Bierhumpen
mit unterschiedlichen Dekoren






Schälchen mit typischer Salzglasur


Krug



eckige Flasche





Signaturen




Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung (mail an fl.wulf (at) gmx.de) dankbar.

11/03/2010

Heiner Balzar

Heiner Balzar hat sozusagen das Töpferhandwerk und die Tradition des Westerwälder salzglasierten Steinzeugs mit der Muttermilch eingesogen. 1937 wurde er als Sohn der bekannten Keramikerin Elfriede Balzar-Kopp in Höhr-Grenzhausen geboren. Elfriede Balzar-Kopp hatte bereits 1927 eine Töpferwerkstatt eröffnet. Dort machte er zwischen 1952 und 1954 seine Töpferlehre, die er mit der Gesellenprüfung abschloß. 1955 hielt er sich in den Niederlanden und Schweden auf, bevor er 1956 seine Ausbildung an der Staatlichen Werkschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen fortsetzte. Dort nahm er auch an der Meisterklasse von Hubert Griemert teil. Während dieser Zeit fertigte er bereits Entwürfe für die Firmen Dümler & Breiden sowie Jasba. 1958 legte er seine Meisterprüfung ab und arbeitete wieder in der Werkstatt seiner Mutter. Um seinen eigenen Weg in der Keramik zu gehen, gründete er 1967 sein eigenes Studio in Höhr-Grenzhausen.
Schwerpunkt seiner Arbeit sind Gefäßkeramiken und Baukeramik (Fußbodenplatten, Wanddekorationen, Brunnen).
Bereits in jungen Jahren erhielt er zahlreichen Auszeichnungen, so 1962 eine Goldmedaille in Paris und eine Silbermedaille in Buenos Aires. 1964 den Bayerischen Staatspreis und 1973 den Westerwaldpreis für Gefäßkeramik.

Der scheidende Betreibsleiter bei Steuler & Co. Theo Homrich beauftragte Heiner Balzer 1982 damit, eine Serie von Keramiken zu entwerfen, die zwar seriell gefertigt werden sollten, aber gleichzeitig Unikatscharakter haben sollten. Balzer entwarf dann 12 Formen, die als "Objekte" bekannt wurden. Zu weiteren Informationen und Abbildungen der Objekte siehe unter Steuler.

Teilnahme an verschiedenen Ausstellungen, so Köln (1965), Frankfurt/Main (1978) und Höhr-Grenzhausen (1988).


Aus der Objektserie für Steuler

Objekt 910 



Glasur vermutlich Lava


Objekt 914



Objekt 916




Lit.: Makus, Horst: "Objekte von Heiner Balzar. In Trödler & Sammler Journal, August 2001, S. 44 ff

Wie immer bin ich für jeden weitergehenden Hinweis dankbar.

10/14/2009

Das Kannenbäckerland

Das Kannenbäckerland ist Teil des Westerwaldes. es erstreckt sich mit seinen Hauptorten Höhr-Grenzhausen, Ransbach-Baumbach, Siershahn und Ebernhahn nordöstlich von Koblenz. Seinen Namen verdankt es dem dortigen Sprachgebrauch, da der Brennvorgang als Backen bezeichnet wurde, ebenso, wie der Töpfer ortsüblich Äuler hieß.
Durch seinen Ton- und Waldreichtum und der Nähe zum Rhein (als wichtigster Transport- und Handelsweg) begünstigt wurden hier schon in römischer Zeit Keramiken produziert. Seit dem 17. Jahrhundert gehört das Kannenbäckerland zu den Zentren der Keramikproduktion.
Sein typisches Erzeugnis ist das salzglasierte blaugraue Steinzeug, das wohl noch jeder aus dem Haushalt seiner Eltern oder Großeltern kennt. Es wurden und werden Haushalts- als auch Gebrauchsgeschirre wie Kannen, Krüge, Töpfe und Fässer hergestellt. Diese werden traditionell mit floralen oder ornamentalen Motiven verziert, es finden sich aber auch Tierdarstellungen. Einfach Produkte wurden nur bemalt, aufwändigere Waren wurden zusätzlich in Reeds-(Einritzen) und Kniebis(Eindrücken)-Technik dekoriert.
Mit Beginn der Industrialisierung und der damit verbundenen aufkommenden Massenproduktion war man sich auch im Kannenbäckerland bewußt, daß man geschulte und qualifizierte (Mit-)Arbeiter benötigt. So entschloß man sich 1879 zur Gründung einer Fachschule für Keramik, welche heute noch als Fachschulen für Keramikgestaltung und Keramiktechnik besteht. Das ein entsprechender Bedarf bestand kann man auch daran erkennen, daß es noch in den 1930er Jahren ca. 150 Betriebe gab, davon entfielen auf Höhr-Grenzhausen 60, Baumbach 36 und Ransbach 24 Werke, der Rest verteilte sich auf die kleineren Orte.
Auf der anderen Seite setzte durch das Aufkommen neuer Werkstoffe ein Verdrängungsprozess ein. Typische Produkte wie Einmachtöpfe, Bierkrüge und Mineralwasserflaschen wurden durch Weckgläser und Konservendosen, Biergläser und Glasflaschen ersetzt.

In Höhr-Grenzhausen saßen u.a. die Fabrik von Dümler & Breiden sowie die Manufakturen von Elfriede Balzar-Kopp, Kunow-Drossé und Wim Mühlendyck. Eduard Bay (Bay-Keramik), Wilhelm August Fohr, Jakob Vetter und Johann Übelacker (Ü-Keramik) hatten ihren Sitz in Ransbach, Jakob Schwaderlapp (Jasba) und Johann Peter Korzilius (Jopeko) hatten ihre Werke in Baumbach.