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11/13/2011

Helge Pfaff

Helge Pfaff (*1939) begann 1957 ihre Töpferlehre bei Josef Hilpert in Fulda. Ihren Abschluß machte sie 1960 als hessische Landesmeisterin. Prüfungsleiter war Rolf Weber, der von ihrer Arbeit so begeistert war, daß er sie sofort für seine Werkstatt in Simmershausen engagierte.
1962 übertrug ihr die Fürst Adolf Werkstätte die Leitung der Entwurfsabteilung, der Formerei und der Glasiererei. Diese Position hatte sie bis zur Schließung der Werkstätte 1972 inne. Besonders populär waren und sind ihre Entwürfe für Wanddekorationen aus dieser Zeit.
Als sich abzeichnete, daß das Fürstenhaus beabsichtigt, die Werkstätten zu schließen, entschloß sie sich ihre Meisterprüfung (1971) abzulegen und eine eigenen Werkstatt (1972) zu eröffnen. Aus dieser Werkstatt stammt die "Bückeburg-Keramik".


Wie immer bin ich für jeden weiterführenden Hinweis dankbar.

8/11/2011

Fürst Adolf-Werkstätte für Kunstkeramik, Bückeburg

Ursprünglich Lehrwerkstatt der 1912 durch den Fürsten Adolf zu Schaumburg-Lippe gegründeten Kunst- und Handwerkerschule. Mit Beginn des WWI wurde der Schulbetrieb wieder eingestellt, die Werkstatt allerdings setzte ihre Tätigkeit fort und entwickelte sich unter der Leitung des Bildhauers Albert Comes zu einem eigenständigen Unternehmen. Bis zu seinem Tode 1954 wurden ausschließlich Zier- und Gebrauchskeramiken nach seinen Entwürfen produziert. Comes, aber auch sein Nachfolger verschlossen sich den neuen Strömungen der Fünziger Jahre und hielten an ihren konservativen Modellen fest. Zu Beginn der 1960er Jahre wurde die dadurch verursachte wirtschaftliche Schieflage immer deutlicher und man entschloß sich endlich zur Rettung des Betriebes zu einer Neuorientierung. 1962 wurde die Keramikerin Helge Pfaff mit der künstlerischen Leitung beauftragt. Sie überarbeitete den Formbestand und erweiterte die Produktionspalette insbesondere um dekorative Wandplatten. Diese erweisen sich dann als Verkaufsschlager und wurden in hohen Auflagen hergestellt. 
Obwohl es dem Unternehmen nun wieder gut ging, entschloß sich das Fürstenhaus aber, das  im Zentrum von Bückeburg gelegene Firmengebäude an einen Investor zu veräußern. Am 01.07.1972 erlosch die Firma.


Form 360
Dekor 40



Form 101



Form 1329



Form unbekannt (auf dem Label mit 402163 bezeichnet)
Entwurf vermutlich Helge Pfaff


Form unbekannt



Rauchgarnitur, ungemarkt, anhand stilistischer Merkmale zugeschrieben




Marke, gestempelt


Papierlabel



Lit.: Albrecht, Thorsten: Gut in Form: die Fürst Adolf Werkstätte für Kunstkeramik in Bückeburg (1912-1972), Bückeburg 2004   

Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.