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5/23/2014

Studiokeramik Signaturen aus der DDR

Hier werden nur die Marken vorgestellt, weitere Information finden sich unter dem Namen des jeweiligen Keramikers, der jeweiligen Keramikerin.

Albert Kiessling



Ton- und Majolikafabrik Max Neumann
Keramiken mit dieser Markung werden insbesondere in den USA immer wieder Carl Fischer zugeschrieben. 
Meine Informationen stammen aus dem Keramikmuseum Bürgel.


Carl Fischer - Bürgeler Kunstkeramische Werkstätten

Stempelmarke CF


Marke der Bürgeler Kunstkeramische Werkstätten
zeigt ein B über K und W und darunter die Ortsbezeichnung Bürgel


Gerhard Meisel


Walter Gebauer


Otto Kalamba


6/15/2010

Walter Gebauer Bürgel

Walter Gebauer (1907 - 1989) gehörte zu den einflußreichsten Keramikern der DDR. Seine Töpferlehre absolvierte er zwischen 1922 und 1925 bei seinem Vater in der Werkstatt des Onkels Carl Gebauer, dort legte er 1925 auch seine Gesellenprüfung ab. Im gleichen Jahr nahm er sein Studium an der Keramischen Fachschule in Bunzlau auf, welches er 1927 beendete. 1931 wurde er Töpfermeister und arbeitete bis zur Gründung der eigenen Werkstatt 1934 in verschiedenen Manufakturen (Steingutfabrik Wessel in Bonn, Staatliche Majolikamanufaktur Karlsruhe). Zuerst führte er die Tradition der volkstümlichen Irdenware mit Engobendekoren (für die Bürgel bekannt war und ist) weiter, experimentierte aber auch mit neuen keramischen Massen. So präsentierte er erfolgreich 1935 einfache unglasierte Gefäße mit geritzten und aufgelegten Dekorationen auf der Leipziger Messe. Daneben befaßte er sich auch mit Bau- und Zierkeramik, wobei sein besonderes Augenmerk immer auf den Glasuren lag. 1945 wurde er Landesobermeister von Thüringen und sein Betrieb zur Lehrwerkstatt. 1952 wurde er in den Verband Bildender Künstler Deutschlands (DDR) aufgenommen. 1964 erhielt er eine Gastdozentur an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle.

Das Werk von Walter Gebauer wurde zahlreich national und international ausgezeichnet: 

1962 Goldmedaille, Internationale Keramikausstellung Prag
1964, 1965, 1966 Auszeichnungen in Faenza
1968 Kunstpreis der DDR

Anläßlich seines 100. Geburtstags widmete ihm das Keramikmuseum in Bürgel eine Sonderausstellung und seit einigen Jahren gibt es den Walter Gebauer Keramik Preis.

Heute wird die Werkstatt von seiner Tochter Christine Freigang weitergeführt. 

Form unbekannt


Form unbekannt




Marke (WG im Kreis)



Literatur von Walter Gebauer: 
Kunsthandwerkliche Keramik, Fachbuchverlag, 1982

Literatur über Walter Gebauer: 
Jakobson, Hans Peter: Walter Gebauer - Ein Töpfer aus Bürgel, Jena, 1998

Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Produktionzeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

6/11/2010

Studiokeramik in der DDR

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich sämtliche Keramikhersteller auf dem Gebiet der ehemaligen DDR plötzlich in einem total veränderten politischen Umfeld wieder. Während die großen Hersteller wie die Unternehmen des Carstens-Konzerns in Rheinsberg, Gräfenroda oder Georgenthal und andere wie z.B. Elsterwerda ziemlich schnell in Volkseigenen Betriebe umgewandelt wurden, blieben die Familientöpfereien und auch die kleinen Manufakturen vorerst freier in ihrem Unternehmertum und waren nicht so stark in die staatlich gelenkte Wirtschaft eingebunden.
Im Gegensatz zu den durch Planziele und Vorgaben bezüglich des Designs (Formgestaltung in der Terminologie der DDR) gelenkten Produktionen der VEBen konnten sich die kleinen Unternehmen in verschiedenen Nischen einrichten. Sie unterstanden hinsichtlich der Entwicklung von Formen und Dekoren nicht so stark der staatlichen Aufsicht und konnten daher teilweise auch eine eigene Formensprache entwickeln.
Generell kann man sagen, daß sich ihre Inspirationen und Entwicklungen aus zwei Quellen speisen. Dies ist zum einen die traditionelle Töpferei in den verschiedenen Landschaften, wie z.B. in Bürgel, wo Walter Gebauer und Carl Fischer (die beide die Keramische Fachschule in Bunzlau besucht hatten) mit überkommenen Formen und Dekoren experimentierten.
Der andere Impulsgeber kommt aus der Arts and Crafts-Bewegung den deren Ableitungen in Deutschland wie dem Bauhaus und der Burg (gemeint ist Burg Giebichenstein) in Halle. Hier sei auf Hedwig Bollhagen und Heiner Hans Körting verwiesen. Es kam aber auch zu Überschneidungen zwischen dem künstlerischen und dem traditionellen Handwerk; so hatte Walter Gebauer eine Dozentur an der Burg inne.
Einige Töpfereien wie Gramann, Piesche und Kalamba entwickelten eine unverwechselbare Dekorsprache mit einem hohen Wiedererkennungswert, andere wie Heiner Hans Körting und Erhard Goschala befaßten sich weniger mit Dekoren im eigentlichen Sinne, als mit der Oberflächengestaltung und Glasuren und suchten hier nach künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.
Nicht unerwähnt bleiben soll, daß aufgrund der (Ein-)Geschlossenheit des Systems DDR die Abnahme handwerklicher Prüfungen sich in den frühen Jahren auf wenige „Fixsterne“ konzentrierte. So hat die inzwischen ältere Töpfergarde wie Herbert Schulze, Christian Richter oder Monika Pritzel ihre Gesellen- oder Meisterprüfung bei Hedwig Bollhagen abgelegt.