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10/30/2016

Piesche und Reif


Form 1/4-24


Form 1-13
in zwei Dekoren






Form unbekannt
Als Schale oder Wandschmuck verwendbar



Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung (mail an fl.wulf (at) gmx.de) dankbar.

9/27/2013

VEB Braun- und Kunst Töpferei Bischofswerda - VEB Lausitzer Keramik Werk II Bischofswerda

Dieser Artikel wurde aufgrund neuerer Information aktualisiert.

1945 übernahmen die Söhne von Anton Piesche das Werk von Paul Schreier in Bischofswerda und machten daraus ein Zweigwerk von Piesche & Reif. Doch bereits 1953 wurde dieser Teil von Piesche & Reif in den VEB Braun- und Kunst Töpferei Bischofswerda umgewandelt. In dieser Form bestand das Unternehmen bis 1972, um dann als VEB Lausitzer Keramik Werk II, Bischofswerda in dem neu geschaffenen VEB Lausitzer Keramik aufzugehen.
Obwohl das Werk vom Mutterunternehmen getrennt wurde, wurde die Produktpalette selbst nicht geändert. So finden sich Keramiken mit den typischen Piesche Markungen und dem zusätzlichen Label des VEB (s. Abb. 3). Da sich diese Label naturgemäß nicht immer erhalten haben, ist eine Unterscheidung dieser Keramiken von Erzeugnissen des ehemaligem Mutterwerks unmöglich. Indizien, daß es sich um ein Erzeugnis des VEB handelt, könnte eine geprägte Formnummer oder das Fehlen irgendwelcher Markungen (s. Abb. 5 und 11) sein.
Neben diesen Keramiken finden sich aber auch unglasierte Keramiken mit Malhörnchendekoren. Wann die Produktion dieser Keramiken aufgenommen wurde ist mir derzeit nicht bekannt.


Form unbekannt
Hier finden sich die typischen Piesche Markungen und das VEB Label. Es stellt also ein Beleg für die Übergangsphase vom Zweigwerk Piesche & Reif zum VEB dar. 




Form 1-17
Da hier die Formnummer eingepreßt ist und die typischen Piesche Markungen fehlen, gehe ich von einer Produktion im VEB aus.



Form unbekannt
Bei diesem und dem folgenden Stück finden sich gar keine Markungen mehr, daher gehe ich auch hier davon aus, daß beide im VEB produziert wurden.


Form unbekannt


Form 2
Hier hat sich ein Rest des Labels des VEB Lausitzer Keramik Werk II Bischofswerda erhalten




Label VEB Braun- und Kunst Töpferei Bischofswerda


Ohne jegliche Markung


Rest eines Labels VEB Lausitzer Keramik Werk II Bischofswerda


Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

3/29/2012

Studiokeramik Signaturen aus der DDR

Hier werden nur die Marken vorgestellt, weitere Information finden sich unter dem Namen des jeweiligen Keramikers, der jeweiligen Keramikerin.

Anton Piesche
Anton Piesche hatte keine richtige Signatur, seine Keramiken zeichnen sich aber durch einen hohen Wiedererkennungswert aus.



Erhard Goschala



Heiner Hans Körting


Johannes Andreas Urban


Josef Höhler

6/15/2010

Anton Piesche - Piesche & Reif - VEB Lausitzer Keramik

Dieser Artikel wurde aufgrund neuerer Informationen überarbeitet

Das Unternehmen Anton Piesche hatte insbesondere nach 1945 eine wechselvolle Geschichte. Bedingt dadurch ist auch eine gesicherte Zuschreibung der einzelnen Keramiken innerhalb des jeweiligen Firmierungstandes nicht gesichert. Insbesondere wurden Restbestände dem jeweiligen Firmierungsstand durch Label angepaßt, die sich nicht immer erhalten haben, siehe hierzu auch die Ausführungen zum VEB Braun- und Kunst Töpferei Bischofswerda.

Nach meinem Informationsstand stellt sich die Firmengeschichte derzeit so dar:

Anton Piesche (*1878, weitere Daten unbekannt) erwarb 1900 eine bereits bestehende Töpferei. Er hatte die Söhne Otto und Willibald. Wie die Firmengeschichte dann bis 1945 weiterging ist mir derzeit nicht bekannt. 1945/46 firmierte das Unternehmen durch den Zusammenschluß mit der Firma Max Reif jun. als Gebrüder Piesche & Reif Kamenz. 1945 wurde ebenfalls durch Übernahme des Werkes von Paul Schreier in Bischofswerda ein Zweigwerk gegründet. 1955 verließ Max Reif das Unternehmen wieder und es kam zu einer weiteren Umbenennung in Keramische Werke Kamenz, Gebrüder Piesche. 
Im Bestreben der DDR sämtliche Produktionsstätten unter staatliche Kontrolle zu bekommen, wurden die bisher noch privat geführten Unternehmen ab den 1960er Jahren gezwungen staatliche Beteiligungen zuzulassen. So wurde das Unternehmen 1962 in Keramische Betriebe Kamenz mit staatlicher Beteiligung umfirmiert. Der letzte Schritt zur endgültigen Verstaatlichung wurde 1972 mit der Umwandlung in den VEB Lausitzer Keramik Werk I, Kamenz getan. 
Betriebsleiter des gesamten VEB Lausitzer Keramik, weitere Ausführungen siehe dort, war von 1972 bis 1984 Florian Piesche, der Sohn von Otto Piesche.


Form 1-22
Wenn man dem anonymen Kommentar Glauben schenken darf, eine limitierte Auflage



Form 1-42 
in zwei Dekoren



Form 1-48


Form 12



Typische Markungen, da sie freihand aufgebracht wurden, spiegeln sie eher die persönliche Handschrift des einzelnen Arbeiters, als daß sich die Formnummer sofort erschließt.





Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Produktionzeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

6/11/2010

Studiokeramik in der DDR

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich sämtliche Keramikhersteller auf dem Gebiet der ehemaligen DDR plötzlich in einem total veränderten politischen Umfeld wieder. Während die großen Hersteller wie die Unternehmen des Carstens-Konzerns in Rheinsberg, Gräfenroda oder Georgenthal und andere wie z.B. Elsterwerda ziemlich schnell in Volkseigenen Betriebe umgewandelt wurden, blieben die Familientöpfereien und auch die kleinen Manufakturen vorerst freier in ihrem Unternehmertum und waren nicht so stark in die staatlich gelenkte Wirtschaft eingebunden.
Im Gegensatz zu den durch Planziele und Vorgaben bezüglich des Designs (Formgestaltung in der Terminologie der DDR) gelenkten Produktionen der VEBen konnten sich die kleinen Unternehmen in verschiedenen Nischen einrichten. Sie unterstanden hinsichtlich der Entwicklung von Formen und Dekoren nicht so stark der staatlichen Aufsicht und konnten daher teilweise auch eine eigene Formensprache entwickeln.
Generell kann man sagen, daß sich ihre Inspirationen und Entwicklungen aus zwei Quellen speisen. Dies ist zum einen die traditionelle Töpferei in den verschiedenen Landschaften, wie z.B. in Bürgel, wo Walter Gebauer und Carl Fischer (die beide die Keramische Fachschule in Bunzlau besucht hatten) mit überkommenen Formen und Dekoren experimentierten.
Der andere Impulsgeber kommt aus der Arts and Crafts-Bewegung den deren Ableitungen in Deutschland wie dem Bauhaus und der Burg (gemeint ist Burg Giebichenstein) in Halle. Hier sei auf Hedwig Bollhagen und Heiner Hans Körting verwiesen. Es kam aber auch zu Überschneidungen zwischen dem künstlerischen und dem traditionellen Handwerk; so hatte Walter Gebauer eine Dozentur an der Burg inne.
Einige Töpfereien wie Gramann, Piesche und Kalamba entwickelten eine unverwechselbare Dekorsprache mit einem hohen Wiedererkennungswert, andere wie Heiner Hans Körting und Erhard Goschala befaßten sich weniger mit Dekoren im eigentlichen Sinne, als mit der Oberflächengestaltung und Glasuren und suchten hier nach künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.
Nicht unerwähnt bleiben soll, daß aufgrund der (Ein-)Geschlossenheit des Systems DDR die Abnahme handwerklicher Prüfungen sich in den frühen Jahren auf wenige „Fixsterne“ konzentrierte. So hat die inzwischen ältere Töpfergarde wie Herbert Schulze, Christian Richter oder Monika Pritzel ihre Gesellen- oder Meisterprüfung bei Hedwig Bollhagen abgelegt.