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11/10/2020

Hedwig Bollhagen

 Form 21



Form 652



Form unbekannt, 
Dekor 476









Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung (mail an fl.wulf (at) gmx.de) dankbar.

11/11/2016

Keramische Werkstätten Wilhelm Kagel OHG, Garmisch-Partenkirchen

Die Quellenlage zu Wilhelm Kagel sen. (1867-1935) ist nicht eindeutig. Wenn man im Internet sucht findet man fast immer die Angabe: Maler und Kunstgewerbler. In der Chronik des Werdenfels-Gymnasiums, zu deren Gründungsväter er gehörte, wird er 1913 als Malermeister und Besitzer einer Fabrik für Töpfereiwaren bezeichnet. Ebenso uneindeutig ist das Gründungsjahr der Werkstätten, hier findet man die Angaben 1892 (Keramik-Sammler.de) und 1902 (Horst Makus).
Die Geschichte seines Sohns und Nachfolgers Wilhelm Kagel jun. (1906-1987) ist da eindeutiger. Er machte von 1919 bis 1923 eine Töpferlehre im elterlichen Betrieb und besuchte anschließend von 1924 bis 1926 die Keramische Fachschule in Höhr-Grenzhausen. Nach dem Tode seines Vaters übernahm er 1935 die künstlerisch-technische Leitung der Manufaktur. Diese Position hatte er bis zu seinem Ableben 1987 inne. Nach seinem Tode wurde das Unternehmen aufgelöst.

Gefertigt wurden Gefäß- und Zierkeramiken in Kleinserien, Gebrauchskeramik, Kachelöfen und keramische Bauteile. Alle Produkte wurden in Handarbeit hergestellt. Bei der Formgebung und den Dekoren orientierte man sich an regionalen Traditionen, nahm aber auch immer wieder Tendenzen der jeweiligen Zeit auf.

Hedwig Bollhagen arbeitete 1932 in der Manufaktur.

Die unter Wilhem Kagel jun. entstandenen Produkte habe einen hohen Wiedererkennungswert. Sie sind in der Regel einfarbig und tragen geometrische Dekore und/oder florale Motive, die entweder geritzt oder mit Stempel aufgetragen wurden. Bei aufwendigeren floralen Motiven wurde zur Betonung des Motivs eine zweite Farbe verwendet.


Form 802-1



Form unbekannt



Form unbekannt



Form unbekannt


Form unbekannt




Label und Signatur


Signatur WK, 
ist nicht immer ganz leicht als WK zu erkennen, s.a. Signatur oberhalb des Labels auf vorheriger Abbildung.


8/23/2011

Studiokeramik Signaturen

Hier werden nur die Marken vorgestellt, weitere Information finden sich unter dem Namen des jeweiligen Keramikers, der jeweiligen Keramikerin


Böttger Keramik Werkstatt (BKW)


Eva Kumpmann


Hedwig Bollhagen


Heinz-Theo Dietz


Keicher Keramik



6/11/2010

Hedwig Bollhagen

Hedwig Bollhagen (1907-2001) gehört zu den bekanntesten und wohl auch einflußreichsten deutschen Keramikerinnen. Da schon so viel über sie geschrieben wurde, beschränke ich mich hier darauf, das man unter 

http://www.fembio.org/english/biography.php/woman/biography/hedwig-bollhagen 

eine Kurzbiographie mit Literaturhinweisen findet.

Typisch für ihr Werk sind einfache Formen und Dekore. 


Solitär, Form 16
mit Dekor 137 (entwickelt 1945)








Form 508



Form 558




Vase




Signatur


Studiokeramik in der DDR

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich sämtliche Keramikhersteller auf dem Gebiet der ehemaligen DDR plötzlich in einem total veränderten politischen Umfeld wieder. Während die großen Hersteller wie die Unternehmen des Carstens-Konzerns in Rheinsberg, Gräfenroda oder Georgenthal und andere wie z.B. Elsterwerda ziemlich schnell in Volkseigenen Betriebe umgewandelt wurden, blieben die Familientöpfereien und auch die kleinen Manufakturen vorerst freier in ihrem Unternehmertum und waren nicht so stark in die staatlich gelenkte Wirtschaft eingebunden.
Im Gegensatz zu den durch Planziele und Vorgaben bezüglich des Designs (Formgestaltung in der Terminologie der DDR) gelenkten Produktionen der VEBen konnten sich die kleinen Unternehmen in verschiedenen Nischen einrichten. Sie unterstanden hinsichtlich der Entwicklung von Formen und Dekoren nicht so stark der staatlichen Aufsicht und konnten daher teilweise auch eine eigene Formensprache entwickeln.
Generell kann man sagen, daß sich ihre Inspirationen und Entwicklungen aus zwei Quellen speisen. Dies ist zum einen die traditionelle Töpferei in den verschiedenen Landschaften, wie z.B. in Bürgel, wo Walter Gebauer und Carl Fischer (die beide die Keramische Fachschule in Bunzlau besucht hatten) mit überkommenen Formen und Dekoren experimentierten.
Der andere Impulsgeber kommt aus der Arts and Crafts-Bewegung den deren Ableitungen in Deutschland wie dem Bauhaus und der Burg (gemeint ist Burg Giebichenstein) in Halle. Hier sei auf Hedwig Bollhagen und Heiner Hans Körting verwiesen. Es kam aber auch zu Überschneidungen zwischen dem künstlerischen und dem traditionellen Handwerk; so hatte Walter Gebauer eine Dozentur an der Burg inne.
Einige Töpfereien wie Gramann, Piesche und Kalamba entwickelten eine unverwechselbare Dekorsprache mit einem hohen Wiedererkennungswert, andere wie Heiner Hans Körting und Erhard Goschala befaßten sich weniger mit Dekoren im eigentlichen Sinne, als mit der Oberflächengestaltung und Glasuren und suchten hier nach künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.
Nicht unerwähnt bleiben soll, daß aufgrund der (Ein-)Geschlossenheit des Systems DDR die Abnahme handwerklicher Prüfungen sich in den frühen Jahren auf wenige „Fixsterne“ konzentrierte. So hat die inzwischen ältere Töpfergarde wie Herbert Schulze, Christian Richter oder Monika Pritzel ihre Gesellen- oder Meisterprüfung bei Hedwig Bollhagen abgelegt.