4/21/2011

Studiokeramik mit unbekannten Signaturen

Und hier wieder ein Beitrag aus der beliebten Serie: Wer hat's gemacht? Sollte also einem meiner geschätzten Leser eine Signatur oder Marke bekannt sein, bin ich wie immer für jeden Hinweis (mail an fl.wulf (at). gmx.de) dankbar.

ohne Kennzeichnungen




ohne Kennzeichnungen




ohne Kennzeichnungen



ohne Kennzeichnungen
Aufgrund des Motivs kommt hier auch ein Studio in Spanien oder Italien in Frage.








ohne Kennzeichnungen
Hierbei handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Keramik der französischen Firma 
Alpho - Fabrique de céramique artistique et fantaisie von Alphonse Mouton in Saint-Vallier-sur-Rhone




Unbekannte Firmensignaturen

Die abgebildeten Firmenmarken konnten von mir bisher nicht aufgelöst werden, vielleicht sind sie ja einem meiner geschätzten Leser bekannt. Hinweise können auch an fl.wulf(at)gmx.de gesandt werden.

Aufkleber L.u.M. Handarbeit
Form 5300-14
Das Signum L.u.M. konnte noch nicht aufgelöst werden, als Hersteller wurde aber die Firma Knödgen identifiziert.





Preßmarke MW in einem Krug



Ritzmarke NE Handarbeit
Vermutlich aus dem Westerwald




Form 73-10
Hier haben sich jetzt Hinweise verdichtet, daß es sich um ein Erzeugnis von Ü-Keramik handelt.




Form 1078-15
Hier hatte ich als Hersteller Ü-Keramik vermutet. Das Stück kann aber auch aus Italien stammen.





Marzi & Remy

Anton Marzi und Simon Peter Remy legten 1879 den Grundstein für eine Steinzeugmanufaktur. Hergestellt wurden dekorative Bierkrüge mit der typischen Westerwälder Salzglasur. Von Anfang an dabei war auch Gustav Thinwiebel als Modelleur. Er entwarf sehr viele Bierkrüge im sogenannten "altdeutschen" Stil (gemeint sind damit Dekore, die sich an Vorbildern aus der Renaissance orientieren und zwischen 1871 und ca. 1900 besonders beliebt waren). Seine Entwürfe lassen sich leicht daran erkennen, daß sie an einer Stelle im Dekor mit GT signiert sind.
Da es damals üblich war, Bierkrüge mit einem Zinndeckel auszustatten, wurde 1881 eine Zinngießerei eingerichtet.
Ein weiterer Unternehmenserfolg erfolgte 1883, als es erstmalig gelang einen cremefarbenen Scherben herzustellen, daß Elfenbeinsteinzeug. Nun kamen auch weitere Produkte wie Bowlensets und Geschenkartikel hinzu.
Um 1900 gehörte Marzi & Remy zu den führenden Herstellern und konnte bedeutende Designer wie Henry van de Velde, Albin Müller und Peter Behrens für Entwurfstätigkeiten gewinnen.
Zwischen den Kriegen verlief die Unternehmensentwicklung eher wechselhaft, besonders die Rezession zu Beginn der 1930er Jahre hinterließ ihre Spuren. Schließlich wurde kriegsbedingt die Produktion auf einfache Geschirrteile umgestellt.
Nach dem Kriege wurden zwar die Baulichkeiten und damit auch die technischen Einrichtungen modernisiert, aber es blieb vorerst bei den traditionellen Produkten. Erst als 1953 Otto Georg Bühler, der Enkel von Simon Peter Remy die Geschäftsleitung übernahm wurde auch die Produktpalette dem Zeitgeschmack angepaßt.
Bühler trat 1949 nach seinem Abschluß zum Keram-Ingenieur als Assistent des Betriebsleiters in das Unternehmen ein, wechselte 1951 aber zur Porzellanfabrik Christian Seltmann in Weiden, wo er umfassende Erfahrungen mit Massen und Glasuren sammelte.
1953 wurde er an die Unternehmensspitze zurückberufen und ehelichte eine junge Entwerferin namens Erika. Nebenbei arbeitete er auch noch als Keramiker und Entwerfer für Glasuren und Dekore. Nach eigener Aussage hat er ca. 5000 Dekore entworfen.
Erika Bühler legte ebenfalls 1953 eine Kollektion mit asymetrischen Formen vor, wie sie bis dahin nur aus Porzellan bekannt waren.

Anfang der 1980er Jahre geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage; es folgten Konkursverfahren. 1990 kam es zu einer kurzzeitigen Übernahme durch die Steingutfabrik Staffel. Schließlich versuchte der letzte Betriebsleiter Rainer Faber das Unternehmen zu retten. Als "m+r Keramikfabrik GmbH" führte er das Unternehmen noch bis 1996, konnte aber die endgültige Schließung nicht mehr verhindern.


Form 1003-10


Form 1010-17
Dekor Graz, 1964



Form 2025-16
Dekor Bozen, 1965




Firmenmarke, eine Töpferscheibe darstellend.
Diese Marke war in verschiedenen Abwandlungen zwischen 1879 und 1964 in Gebrauch


Firmenmarke ab 1964


Daneben kamen aber auch Aufkleber zum Einsatz




Wie immer bin ich für jeden weiterführenden Hinweis dankbar. 

Kunsttöpferei Marschner

Über Marschner ist bisher wenig bekannt. Gegründet wurde die Manufaktur 1948 durch Richard Marschner in Altenwalde bei Cuxhaven. Hergestellt wurden Zierkeramiken, hauptsächlich Vasen und Wandteller. Mitte der 1960er Jahre wurde das Unternehmen von Dirk Wessels, dem Schwiegersohn von Richard Marschner übernommen.
Wie alle deutschen Keramikunternehmen hat auch Marschner in den 1950er und 1960er Jahren stark für den Export gearbeitet.
Das Unternehmen scheint bis in die letzten Jahre bestanden zu haben, da es noch in verschiedenen Branchenverzeichnissen zu finden ist, allerdings lassen sich die dortigen Angaben nicht verifizieren.

Form 315
in zwei Varianten






Form 806



Form 809
in zwei unterschiedlichen Glasuren



Marke


Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

4/10/2011

Heinz-Theo Dietz

Heinz Theo Dietz (*1938 in Köln) hatte immer den Wunsch, mit den Händen zu arbeiten und fand im Ton seine ideale Beschäftigung. 1960 machte er seinen Abschluß als Keramikingenieur in Höhr-Grenzhausen. Während des Studiums lernte er auch seine spätere Ehefrau Katharina kennen, die aus einer Töpferfamilie aus dem Westerwald stammt. Ihm zuliebe wurde auch sie Töpferin und gemeinsam gründeten sie 1965 ihre erste Werkstatt in Rheinbach. 1969 zogen sie nach Königswinter, wo die Werkstatt bis heute existiert. Aus Altersgründen übergab er sie aber 2003 an seine Tochter Veronika.
Neben Ton arbeitete Dietz auch in Porzellan. Angefangen hat er mit Keramiken in typisch Westerwalder Salzglasur, später kamen auch Kristall- und Schaumglasuren hinzu. Bekannt wurde er für seine Tiere, Krippenfiguren und Brunnen. Besonders am Herzen lagen ihm die sogenannten "Schnäuzerkrüge", die er in Zusammenarbeit mit dem Metallbildhauer Franz Mühl entwickelte.
1977 war er Mitbegründer der GKK, der Gemeinschaft Königswinterer Künstler.

Dietz nahm an verschiedenen Ausstellungen teil. Für eine Arbeit in Porzellan erhielt er 1985 den Staatspreis MANU FACTUM des Landes NRW. 
Anläßlich seines 70. Geburtstags wurde eine Werkschau in Königswinter veranstaltet.


Form 47A



Form 47B



Form 70B





Signatur


Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionszeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung (mail an fl.wulf (at) gmx.de) dankbar.

Monika Maetzel

Monika Maetzel (12.02.1917 - 18.10.2010) stammte aus einer angesehenen Hamburger Künstlerfamilie . Noch im elterlichen Haushalt gründete sie 1947 die Keramiwerkstatt Monika Maetzel. Schwerpunkt ihrer Arbeit waren Geschirre und Gebrauchsgegenstände, daneben hatte sie aber auch eine Vorliebe für Skulpturen. Sie selbst sagte über ihre Arbeit: 
    "Hauptelemente meiner Arbeit sind: Gefäß, Ornament, glasierte Plastik. Bei allen Gefäßformen ist mir wichtig, daß sie dem Gebrauch dienen. Sie sollen praktischen, ästhetischen und haptischen Bedürfnissen entsprechen... Bei der Ornamentierung strebe ich an, das Gefäß netzartig zu umspannen und damit die Form zu betonen (nicht aufzulösen!)... Als Technik bevorzuge ich Schlickermalerei und Sgraffito, beides mit farbigen Engoben und einfachen Feldspatglasuren auf dichtgebrannten roten Scherben." (zitiert nach: Keramik Publikation für Töpfer Sammler und Museen, Triesen/Liechtenstein, Bd. 3, 1979, S. 33f.)
Neben ihrer Werkstattarbeit war sie auch lange Jahre Obermeisterin der Töpferinnung Hamburg. 1982 erhielt sie den Justus Brinkmann Preis des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg.
2003 zog sie sich aus Altersgründen aus der Werkstatt zurück und übergab sie an ihre Mitarbeiterin Birgit Best. Unter deren Leitung besteht die Werkstatt weiterhin.  

Mehr über die Familie Maetzel findet sich unter www.kuenstlerhaus-maetzel.de

kleine Schale



kleiner Krug




Ritzmarke


Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann bin ich für jede Mitteilung (mail an fl.wulf (at) gmx.de) dankbar.