11/11/2010

Ü-Keramik - Uebelacker

Johann Uebelacker, seines Zeichens Zinngießermeister, eröffnete 1909 eine Zinngießerei in Ransbach. Später kam erst ein Großhandel für Steinzeug hinzu, dem eine eigene Produktionsstätte für Terrakotta folgte. In den 1920er Jahren ging man zur Herstellung von Feinsteinzeug über und in den Jahren nach 1930 wurde glasierte Zierkeramik ins Sortiment aufgenommen.
Nach dem Tode von Johann Uebelacker ging das Unternehmen auf seine drei Söhne über, welche es erfolgreich weiterführten. Um 1955 gehörte Ü-Keramik zu den größten Produzenten der Region. Bereits 1949 wurde das Schwesterunternehmen Siershahner Feinsteinzeugfabrik gegründet. Beide Unternehmen zusammen hatten zeitweilig über 550 Mitarbeiter. Aufgrund der bisherigen positiven Entwicklung und um die skandinavischen Märkte besser zu betreuen entschloß man sich zum Erwerb und Ausbau einer Keramikfabrik in Irland. Leider entwickelte sich daß Irlandprojekt zu einem finanziellen Debakel. Als Folge mußte zuerst das Werk in Siershahn geschlossen werden. 1990 meldete auch das Stammwerk in Ransbach Konkurs an.

Neben der Herstellung eigener Entwürfe, stellte Ü-Keramik auch Sonderanfertigungen im Auftrag des Großhändlers Guido Riffarth her.


Form 1233-21



Form 565-25


Form 308-18



Form 120-15


Form 101-12



Übelacker benutzte Preßstempel, Farbstempel und Label





Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionzeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

Ceramano-Kunstkeramik

Bevor Ceramano 1964 ein unabhängiges Unternehmen wurde gehörte es zu Jasba. Jakob Schwaderlapp, der Eigner von Jasba gründete es 1959 als Schwesterfirma mit der Aufgabe hochwertige, handwerklich gefertigte Zier- und Baukeramik zu produzieren. Die Leitung des Unternehmens lag in den Händen von Jakobs Sohn Willi. 
Aufgrund des qualitätsvollen und dem Zeitgeschmack entsprechenden Sortiments entwickelte sich das Unternehmen äußerst positiv. Durch die Übernahme von "Waku Feuerfest" Mitte der 1970er Jahre konnte das Sortiment noch um die Produktion von Geschirren erweitert werden. 
Von 1959 - 1962 zeichnete Hanns Welling für Formen und Dekore, aber auch für die Produktwerbung verantwortlich. Nach 1962 übernahm Gerda Heuckeroth die Objektgestaltung. 
1984 mußte Ceramano Konkurs anmelden.

Da Ceramo seine Produkte handschriftlich kennzeichnete, kann es vorkommen, daß Dekornamen falsch geschrieben wurden, was bei der Zuordnung Verwirrung stiften kann. Desweiteren wurden zwar die Dekore verändert, aber die Dekornamen blieben gleich, sodaß es unterschiedliche Ausformungen mit der gleichen Bezeichnung gibt.

Gläser- und Flaschenset, Dekor Domino. 
Hierzu gibt es auch noch Becher.



Form 115, Dekor Koralle


Form 145, Dekor Sunset


Form 239 Dekor Umbra



Typische Markung, regelmäßig bestehend aus 
Firmenname, Formnummer und Dekorname.



Sofern jemand weitergehende Angaben machen kann (Dekornamen, Entwerfer, Produktionzeitraum ect.) bin ich für jede Mitteilung dankbar.

BKW Böttger-Keramik-Werkstatt

Die BKW wurde kurz nach dem Krieg von Inge Böttger in Hamburg-Wandsbek gegründet. Es wurden ausschließlich handgedrehte und -dekorierte Zier- und Gebrauchskeramiken hergestellt. Alle Formen und Dekore wurden von Inge Böttger persönlich entworfen. 1962/63 zog die Werkstatt nach Schafstedt um.
Laut der Information aus den Kommentaren wurde die Werkstatt 1982 geschlossen.

Nach dem Willen von Inge Böttcher erfolgte der Vertrieb nur über Blumenläden in Hamburg und der größeren Umgebung. Auch an Ausstellungen und Messen wurde nicht teilgenommen.

Form unbekannt
nicht gemarkt, nach meinem Informationen wurden die Stücke aus der Spätphase nicht immer gemarkt.


Form unbekannt


Form unbekannt




Form unbekannt



Form unbekannt
nicht gemarkt


Marke


Wie immer bin ich für jeden weiterführenden Hinweis dankbar.

Ahr Keramik

Obwohl der Name vermuten läßt, daß es sich hierbei um ein größeres Unternehmen handelt, steckt nur ein Mann dahinter: Elmar Anders (1919-1994). Bevor er sich 1955 mit Ahr Keramik selbständig machte, war er Betriebsleiter bei Keto-Keramik. 
Anders fertigte, zeitweilig unter Mithilfe von Lehrlingen und Gesellen, Einzelstücke und Kleinserien fast ausschließlich nach eigenen Entwürfen. Das Sortiment bestand aus Gefäßkeramiken und Wandschmuck. Die Produkte wurden vorwiegend über das von seiner Frau betriebenen Kunstgewerbegeschäft in Bad Neuenahr-Ahrweiler vertrieben. 1974 wurde die Produktion eingestellt.

Ein Thema seiner Wandteller waren Motive aus Nordafrika. Daher werden ihm immer wieder  Wandteller, die diese Motive zeigen zugeschrieben. Inzwischen konnte herausgefunden werden, daß Teller, wie der hier abgebildete, aus dem tunesischen Töpferei- und Keramikzentrum Nabeul kommen (s. hierzu auch http://lavaguys-ceramic.blogspot.de/2012/09/ahr-keramik.html).


typische Rückseite, nicht gemarkt


Wie immer bin ich für jeden weitergehenden Hinweis dankbar.

11/10/2010

Fritz van Daalen

Fritz van Daalen betrieb in Schwäbisch Gmünd ein Einzelhandelsgeschäft für kunstgewerbliche Arbeiten. 1938 wurde dann die Keramikwerkstatt "van Daalen Keramik" eingerichtet, die Plastiken, Wandreliefs und Schalen herstellte. 1943 mußte die Produktion kriegsbedingt eingestellt werden. Bereits 1945 erfolgte die Wiedereröffnung des Ladengeschäfts und 1946 die Wiederaufnahme der Keramikproduktion. Die Produktpalette umfaßte künstlerische Keramik und Gefäßkeramiken. Zwischen 1950 und 1951 folgte die Errichtung eines Betriebes in Aalen und damit auch die Produktionsverlagerung dorthin. Das Geschäft in Schwäbisch Gmünd wurde aufgegeben. 
Obwohl nur kurzzeitig beschäftigt (1952-1953) waren die in diesem Zeitraum von Friedrich Düpmann entworfenen Formen und Dekore bis Ende der 1950er Jahre produktionsbestimmend. Ab Mitte der 1950er Jahre zeichnete dann der Sohn von Fritz Helmut van Daalen für Entwürfe und Dekore verantwortlich. Solange sich ein Entwurf verkaufen ließ, wurde er auch hergestellt, sobald die Nachfrage zum Erliegen kam, wurde die entsprechende Form vernichtet. 1973 wurde die Produktion eingestellt, da sich keine geeigneten Fachkräfte mehr fanden. Die noch vorhandenen Formen und auch der Firmenname wurden von Carstens übernommen.

Form 4709-18
Entwurf Reiner Gehrig, ca. 1965


Form 4505-10


Form 161-15



Form 149-5


Form 120



Marke



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Lapitesta

1908 als Terrakotta-Fabrik Gerhards & Wittelsberg in Duisdorf bei Bonn gegründet. 1921 übernahm der Anteilseigner Sanitätsrat Dr. Jakob Ludwig das Unternehmen und führte es als alleiniger Inhaber als Kunsttöpferei Lapitesta-Werk GmbH weiter. Es wurden Zierkeramik und Tongeschirre hergestellt. In den 1950er Jahre verlagerte sich die Herstellung auf "keramische Blumenziergefäße". Nach Ludwigs Tod wurde das Unternehmen 1968 geschlossen.

Form 66-00


Form Unbekannt


Form Unbekannt



Form Unbekannt


Preßmarke, ca. frühe 1950er Jahre


Label, vermutlich Ende der 1950er Jahre


Label, vermutlich Anfang 1950er Jahre


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Bay Keramik

Eduard Bay (1909-1978) gründete das Unternehmen 1933 zur Herstellung von Zier- und Gebrauchskeramik. Zuerst in Terrakotta, 1936 erfolgte die Umstellung auf Glasurkeramik. In den 1950er Jahre war Josef Koch verantwortlich für die Form- und Dekorgestaltung. 1960 kam Bodo Mans dazu, anfangs als freier Mitarbeiter und ab 1962 festangestellt. 
1998 wurde die Produktion eingestellt.

Bay Keramik ist nicht zu verwechseln mit Alfred Bay, der ebenfalls in Ransbach ansässig war und von ca. 1950-1955 Keramiken produzierte.


Form 376-70




Form 83-14



Form 67-30



Form 67-17



Form 66-25



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